Weniger PC-21Trainingsflüge 2021

Die Übungsflüge im Raum Speer/Säntis lagen 2021 mit 86.5 Stunden oder 31 Prozent aufgrund weniger Piloten klar unter dem Vorjahr und dem Fünfjahresmittel.

Am 1.Juli 2021 übernahm Divisionär Peter Merz das Kommando der Luftwaffe von Divisionär Bernhard Müller.   Im Rahmen seines ersten Roundtable betreffend die PC-21 Trainingsflüge nahm er auf dem Luftwaffenstützpunkt Payerne Stellung sowohl vor physisch Anwesenden als über Skype Zugeschaltete und betonte die Wichtigkeit des engen Kontaktes. Die Luftwaffe habe im Auftrag der Schweiz einen Auftrag zu erfüllen, dies mit maximaler Rücksicht auf die Bevölkerung  und dem Begehen eines gemeinsamen guten Weges. Letztendlich soll die Luftwaffe innert kürzester Zeit eine Bedrohungslage in der Luft erfassen können.

Mehr PC-21- anstelle von Jetflügen
Die Roundtables finden alternierend in den drei Flugräumen Jura/Westschweiz, Hohgant/Innerschweiz sowie Speer/Säntis statt, 2022 wieder in Walenstadt. Aus der Region Sarganserland-Walensee waren neben der Talgemeinschaft (TSW) auch die Gemeinden Amden, Weesen und Walenstadt vertreten. Es zeigte sich, die Diskussion vor Ort war angeregter als über Skype.

Die Ausbildung 2022
Oberst i Gst Markus Thöni, Kommandant der Pilotenausbildung, informierte über die Belegung der drei Flugräume 2021:

Belegungsdauer Stand 16. November 2021: Speer/Säntis 86.5 h (Vorjahr 131.3 h) – 31 Prozent, Schratten/Hohgant 103.5 h (132.3 h)- 37 Prozent, Jura/Chasseral 72.3 h (125.6) – 26 Prozent, Ausland 15.5 h (0 h) – 6 Prozent

Die drei Schweizer Flugräume erfuhren grundsätzlich tiefere Belegungen und sind seit Jahren etwa im gleichen Verhältnis genutzt. Die sechswöchige Sommerpause im Juli/August wird seit Jahren eingehalten. Auch an Wochenenden wird nicht trainiert. Die Basis der PC-21 befindet sich zentral in Emmen. Von hier aus lassen sich die Trainingsräume innert nützlicher Frist erreichen. Für 2022 wird mit fünf Pilotenanwärten geschult, 2023 mit vier Aspiranten. Dies wirkt sich erneut auf eine Reduktion der Flugbewegungen aus. 

Gemäss Oberst i Gst Markus Thöni braucht die Luftwaffe aufgrund ihres Auftrages neben der Simulation unbedingt das Training in der Luft. Der PC-21 sei das geeignete Objekt vor der Schulung auf dem F/A-18. Das Taining mit dem PC-21 erfolge auch aus wirtschaftlichen und lärmdämmenden Gründen. Die Piloten sollen im Aktivflug auch die Topografie und die Wettereinflüsse, das Einzel- und Verbandsfliegen kennen lernen. Dazu gehören auch Nachtflüge. Ein Teil des Trainings wird auch im Ausland absolviert.

Eine TSW-Initiative 2012
Die Roundstables finden seit 2012 statt, initiiert vom damaligen TSW-Präsidenten Guido Städler mit der zeitgleichen Unterstützung der Divisionäre Hans-Ulrich Solenthaler und Peter Stutz aus Walenstadt. TSW-Ehrenpräsident Guido Städler erläutere dem neuen Kommandanten die Geschichte des Roundtable, die in Walenstadt begann und heute auf die ganze Schweiz ausgedehnt ist. Städler betonte die offene Kommunikation der Luftwaffe und dass dank der Gespräche einiges zu Gunsten der Bevölkerung im Flugraum Speer/Säntis erreicht wurde, beispielsweise eine gleichmässigere Verteilung auf die drei Schweizer Flugräume sowie innerhalb des Ostschweizer Flugraumes.

Ausweichflugplatz in Krisenzeit
Mollis könnte in Krisenzeiten als Ausweichflugplatz für die F/A-18 verwendet werden. Marcel Benz, Präsident der TSW-Armeekommission, wünschte dazu zu Handen der Bevölkerung im Glarnerland und Linthgebiet öffentliche Informationen. Divisionär Merz sicherte diese im Rahmen der Wiedereinführung der Dezentralisation der Ausweichflugplätze in Krisenzeiten zuhanden der betroffenen Gemeinden, Regionen und Kantonen nächstens zu. 

Die Trainingseinheiten würden auf einem Minimum gehalten. Weiter wollte Marcel Benz Auskünfte über Drohnenübungsräume in der Ostschweiz, speziell im Raum Säntis. Hier wurde er an das Heer bzw. an das Kommando der Ter Div 4 in St. Gallen verwiesen.

Und der neue F-35-Jet
Luftwaffenkommandant Merz äusserte sich auch zu den neuen F-35. Dadurch entstünden weniger Jetstunden, weniger Kampfmanöver, folglich weniger Lärm und Kerosinverbrauch. Die neuen Flugzeuge bieten dem Piloten mehr Computerunterstützung und lassen mehr Simulation zu. Trotz alle brauche es die Praxis im Luftraum. Wie sich dies auf die PC-21 Trainings auswirken wird, konnte der Kommandant noch nicht abschliessend sagen. Details würden zur Zeit aufgearbeitet. Divisionär Merz erwartet nicht unbedingt eine Zunahme.

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PC-21-Roundtable mit der Luftwaffe in Payerne: (von links) Vor Ort Divisionär Peter Merz, Initiant Guido Städler, Florian Frei, Amden, Marcel Benz, Weesen, sowie Oberst i Gst Markus Thöni.

Bild Luftwaffe