Der Kulturpreis ein Ansporn

Die Talgemeinschaft Sarganserland-Walensee verlieh der Geigerin Scarlette Stocker, Bad Ragaz/Sargans, den verdienten Kulturpreis 2021.

von Guido Städler

Murg.- Geplant war der Anlass eigentlich vor zwei Jahren. Wegen Corona musste die Musikerin bis vergangenen Samstag warten. Der Kulturpreis ist gleichsam das Flaggschiff der TSW. Im Anschluss an die HV wurde ihr von TSW-Präsident Jürg Stopp und Kulturkommissionspräsident Axel Zimmermann die Urkunde überreicht.

Axel Zimmermann befragte Sohn Samuel Stocker wie er seine Mutter auf dem Weg zum Star erlebte. Zusammengefasst war dies einfach ein Leben voller Musik. 

Weiter Herzen bezaubern

Die Geehrte verdankte den Kulturpreis mit Worten sowie musikalisch mit ihrer Band Tara (Scarlette Stocker, Violine; Pirmin Schädler, Keyboard; Marius Matt, Drums). Die Anerkennung durch den Kulturpreis der Talgemeinschaft sei für sie Ehre, Dank aus ihrer Heimat und Ansporn ihrer inneren Berufung weiter zu folgen. Sie blickte zurück, wie sie ohne spezielle Musikertalentschule im Sarganserland trotz allem gute Lehrkräfte, Vorbilder und Unterstützende hatte. Mit Freude blickt sie auf das Erreichte zurück. In schwierigen Momenten wie jetzt Corona gab es immer wieder Aufsteller wie jetzt die Verleihung des Kulturpreises. Dies gebe Zuversicht. Sie wünscht sich auch in Zukunft viele Herzen zu bezaubern.

Einfühlsam und begeisternd

Mit Laudator Max Feigenwinter, 2016 selbst Kulturpreisträger, staunten immer wieder viele Zuhörende über die musikalische Persönlichkeit in der Nähe. Über eine Persönlichkeit, die Faszinierendes leistete und in vielen Ländern mit bekannten Musikern und Dirigenten aufgetreten ist. Sie spielte in grossen europäischen Konzertsälen und in grossen Orchestern, war selbst Konzertmeisterin, wirkte in TV-Sendungen und bei CD-Produktionen mit. Sie ist aber auch bereit an Vereinsanlässen, Firmenfeiern, Hochzeiten und Abschiedsfeiern zu spielen. Sie erfreut und tröstet mit ihrer Musik die Zuhörenden.

Glücksfall für junge Talente

Scarlette Stocker sei eine strahlende und faszinierende Geigerin, die mit ihrer Virtuosität überzeuge, mit ihrem Spiel starke Gefühle auslöse, eine Frau, die die Musik lebt, für ihre und von ihrer Musik lebt und gleichzeitig ihr Handwerk meisterhaft verstehe. Die Geigerin verfüge über ein umfangreiches und vielfältiges Repertoire (was sie im Rahmen der TSW-HV einmal mehr bewies). Sie spiele mit Gefühl und mit dem Herzen, so der Laudator. Und, Scarlette Stocker sei auch für viele junge Talente ein Glücksfall und Vorbild. Mit grossem Geschick unterrichte sie Kinder als Geigenlehrerin. Die vielseitig begabte und feinfühlige Frau fordere sich selbst und Lernende.

«Ich will eine Geige»

Eine solche Persönlichkeit erhalte jetzt den Kulturpreis, meinte Max Feigenwinter. Viele träumen von Bühnenauftritten. Dazu aber brauche es erstens Talent und zweitens Disziplin, Durchhaltewillen sowie Üben und nochmals Üben. Die Geige hatte es Scarlette Stocker sehr früh angetan. Aber zuerst musste sie sich auf der Blockflöte beweisen. Martin Keller, Musilehrer an der Kantonsschule Sargans, habe ihr Potential auf der Geige gefördert. An der Musikhochschule Zürich/Winterthur schloss sie mit dem Lehrdiplom ab und anschliessend erlangte sie Konzertreife mit Auszeichnung in Österreich und Russland. Das wollte sie letztlich. Sie könne sich nicht vorstellen ohne Musik zu leben, sagt sie selber. Die freischaffende Künstlerin fühlt sich privilegiert und sie freue sich in Freiheit machen zu können, was ihr am wichtigsten ist, Musik. Laudator Max Feigenwinter stellte abschliessend fest, Scarlette Stocker habe viele begeistert und dies werde ihr auch in Zukunft gelingen.

www.geigenmelodie.ch

Der Urkundentext

Talgemeinschaft Sarganserland-Walensee Kulturpreis 2021 überreicht an Scarlette Stocker: «Sie überzeugt als virtuose Geigenspielerin, besticht durch ein breites Repertoire und bringt damit Herzen zum Schwingen und zum Schmelzen. Mit Engagement und Herzblut gibt sie ihre Freude am Geigenspielen der nächsten Generation weiter.» (sg)

Image

Strahlende Kultupreisträgerin: (von links) TSW-Präsident Jürg Stopp, Geigerin Scarlette Stocker, Samuel Stocker, Laudator Max Feigenwinter und Kuko-Präsident Axel Zimmermann.   

Bild Guido Städler