Direkter Draht ins Bundeshaus

Die Armeekommission der Talgemeinschaft Sarganserland-Walensee spricht sich für Sicherheit zugunsten der Bevölkerung aus und sagt klar Ja zur Beschaffung neuer Kampfflugzeuge und den Erhalt der Luftwaffe.
Von Guido Städler

Mels.- Unter Berücksichtigung der Coronamassnahmen hielt die Armeekommission der Talgemeinschaft Sarganserland-Walensee (TSW) ihre vom Frühling verschobene Zusammenkunft im Rekrutierungszentrum Mels ab. Präsidiert wird diese ständige Kommission von Marcel Benz, Gemeindepräsident in Weesen. Dass Corona und Militäreinsätze im Zentrum standen, war gegeben.

Neuer SIK-Vertreter

Viele Jahre hatte die TSW einen direkten Draht zur Sicherheitspolitischen Kommission SIK-Nationalrat. Durch die Rücktritte von Jakob Büchler, Schänis, und Walter Müller, Azmoos, musste ihre Nachfolge neu geregelt werden. Nun nahm der frisch gewählte Glarner Ständerat Mathias Zopfi Einsitz. Er wird künftig aus der SIK-Ständerat berichten und Informationen von militärischen und zivilen Stellen in der Region Sarganserland-Walensee in Bern einbringen. Es handelt sich hier um eine Win-Win-Situation.

Erfolgreicher Armeeeinsatz

Corona prägte auch die Armee stark. Daher kam es an der Sitzung zu einem Lagebericht. Gemäss Divisionär Willy Brülisauer, Kommandant der Territorialdivision 4, leisteten die Truppen im Zusammenhang mit Corona 93 erfolgreiche Einsätze im Sanitätsbereich in der Ostschweiz.  Das Infanteriebataillon 65, welches im Einsatz an der Grenze zwischen Basel und Genf seinen Dienst leistete, gab als letztes Bataillon im Assistenzdienst am 17. Juni 2020 seine Fahne auf dem Waffenplatz Walenstadt ab. (Der «Sarganserländer» berichtete darüber.) Das schon länger lautende Divisionsmotto «In Krisen Köpfe kennen» hat sich bewährt. Die Coronazeit war auch für Divisionär Brülisauer ein Lern- und Erfahrungsprozess. Die Fallzahlen bereiten ihm immer noch Sorgen. 

Das Ausbildungszentrum der Armee (AZA) Walenstadt beherbergte laut Kommandant Oberst i Gst Ronald Drexel anstelle der Rekrutenschulen und WK-Verbände Bataillone, die für den Einsatz an der Grenze vorgesehen waren. Das AZA war verantwortlich für die Mobilmachungsorganisation und die Einsatzbezogene Ausbildung (EBA). Die Zusammenarbeit mit den Territorialdivisionen und den betroffenen Bat Stäben habe bestens funktioniert. Strengste Auflagen im Bereich Hygiene/Schutzmassnahmen wurden eingehalten. Im Rahmen der Logistik und Infrastruktur zeigten sich nicht nur die RUAG (RTS GAZ) und die LBA als sehr zuverlässige Partner, sondern auch die Hotellerie der Region Sarganserland-Walensee. Seit Anfang August ist das AZA wieder in den Normalbetrieb übergegangen.

Flexibilität war gefordert

Im Rekrutierungszentrum, so Kommandant Oberst i Gst Raymond Bänziger, wurde die Rekrutierung vorübergehend sistiert. Vor allem die medizinischen Fachkräfte kamen in Walenstadt, Herisau und Frauenfeld zum Einsatz.

Laut Guido Schneider von der Logistik war es für das Center in Hinwil die erste Mobilmachung seit dem Zweiten Weltkrieg. Mehr Dezentralisierung bzw näher beim Kunden wäre künftig von Vorteil. Karl Kündig von der RUAG Training Support erhofft sich baldmöglichst die Rückkehr zum Normalbetrieb. TSW-Präsident Jürg Stopp sprach den Truppen die Anerkennung der Talgemeinschaft aus.

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Erfolgreicher Corona-Armeeeinsatz: Der Kommandant der Territorialdivision 4 Divisionär Willy Brülisauer (unter der Schweizerfahne) zog ein positives Fazit.
Bild: Guido Städler